BETEN (AUCH) ZU FUSS

Einladung zu einem Pilgerweg vom 23. bis 31. Mai 2020 von Romanshorn nach Flüeli / Schweiz

Alle zwei Jahre macht sich seit 1998 generations- übergreifend eine Gruppe auf den Weg, um Glau- ben ganzheitlich zu erfahren: das gemeinsame Be- ten und Singen, die Feier der Eucharistie, die Gespräche, das Teilen des täglichen Brotes und auch manchen Spaß. Die Wallfahrt wird unter einem noch zu suchenden Motto stehen, das uns inhaltlich begleiten wird. Leider konnten wir keine geistliche Leitung gewinnen. Wir werden daher – soweit möglich – die Dienste von Ortsgeistlichen in Anspruch nehmen und ansonsten zum Abschluss des jeweiligen Tages Andachten gestalten.

Klaus von der Flüe (1417 bis 1487)

wurde als Bauernkind geboren. Schon in seiner Kindheit zeigte er starke Neigung zu Einsamkeit, Gebet und Fasten. Er wirkte bei den Kriegen gegen Zürich und beim Thurgauer Feldzug mit. Aus seiner Ehe gingen zehn Kinder hervor. Neben seiner Tätigkeit als Bauer war er Landrat und Richter. 1467 verließ er Frau und Kinder und zog sich als Einsiedler zurück. Nach verschiedenen Sta- tionen ließ er sich im Ranft in der Nähe seines eigenen Anwesens nieder. Dort lebte er 19 Jahre ohne Speis und Trank. Viele Leute kamen zu ihm und suchten bei ihm Rat. Klaus hatte maßgeblichen Einfluss auf die Tagsatzung zu Stans, ein Vertrag, durch den die Einheit der Schweiz bis heute erhalten blieb.
Bruder Klaus ist heute für viele ein Heiliger mit Kanten und Ecken, an denen sie sich stoßen. Sein Abschied von der Familie scheint unverständlich, ja verantwortungslos. Auch die Kirche tat sich etwas schwer mit ihm, sie erkannte ihn offiziell erst 500 Jahre nach seinem Tod als Heiligen an. Bruder Klaus ist aber auch ein Heiliger, der uns Vorbild sein kann trotz aller Ungewissheit und Wirrungen die Suche nach Gott nicht aufzugeben und auch ungewöhnliche Wege zu beschreiten, ohne dabei die Verantwortung für die Mitmenschen außer Acht zu lassen.

Was man zum Ablauf wissen sollte:

 Nach einem Morgengebet am Samstag, den 23. Mai, fahren wir mit Pkws nach Friedrichshafen am Bodensee, setzen wir mit der Fähre über nach Romanshorn am Schweizer Ufer und beginnen dort unseren Pilgerweg.
Der gesamte Weg (ca. 170 km) ist in sieben Tagesetappen von jeweils zwischen 18 und 30 km aufgeteilt und führt vom Flachland bis in Gebirge mit mancherlei größeren Auf- und Abstiegen. Eingewanderte Schuhe und Füße, sowie guter Wille sind daher Voraussetzung. Es gibt auch kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung. Am Freitag werden wir mittags im Ranft mit der Einsiedelei des Hl. Bruder Klaus ankommen und nachmittags dort Gottesdienst halten.
 Quartier nehmen wir dann in der Pilgerunterkunft in Flüeli. Am Folgetag haben wir vor, in Sachseln, wo der Heilige bestattet ist, die Messe zu feiern, ehe wir am Pfingstsonntag mit dem Zug zurück zum Bodensee fahren, in unsere Autos umsteigen und spät- nachmittags wieder in Nürnberg sind. Tagsüber nicht benötigtes Gepäck wird transportiert. Die Unterkunft erfolgt in Gemeinschaftsquartieren (Pfarrheimen u.ä.). Schlafunterlage und Schlafsack sind daher erforderlich. Nach Möglichkeit möchten wir abends selbst in den Quartieren ein einfaches Mahl zubereiten.
 Die tatsächlich anfallenden Kosten (Übernachtung, Fahrt, Verpflegung) werden anteilig umgelegt. Es ist mit ca. 350 EUR zu rechnen.

Anmeldung und weitere Informationen bei Heike und Hans Grander, Tel. 83 63 92, oder Klaus Reis, Tel. 800 22 42 Klaus Reis

Der Ranft: Wirkungsstätte des Heiligen Bruder Klaus