Liebe Leserinnen und Leser,

 

nach Wochen der Abstinenz von gottesdienstlichen Versammlungen in den Kirchen kommen wir seit dem 09. / 10. Mai wieder zusammen – unter den Bedingungen von Schutzkonzepten, die die Bischöfe mit der Regierung abgestimmt und wir in unserer Pfarrei für unsere Verhältnisse angepasst haben

 

Da wir zunächst noch große Bedenken bei der Umsetzung der Kommunionspendung hatten, feierten wir die Heilige Messe ohne Kommunion der Gläubigen; stattdessen hielten wir ein eucharistisches Lob mit anschließendem eucharistischem Segen. Der Sehnsucht vieler nach der Kommunion entsprechend bot die Wochentagsmesse Gelegenheit, im kleinen Kreis den Leib Christi zu reichen.

 

Die positiven Erfahrungen haben uns ermutigt, am darauffolgenden Sonntag in zwei Kirchorten die Kommunion zu spenden, indem Priester, Diakon und Kommunionhelfer durch die Reihen der Kirche gingen und den Gläubigen an ihrem Platz den Leib Christi mit eigens dafür angefertigtem „Kommunionbesteck“ reichten. Die guten Erfahrungen sprechen dafür, dass wir das in der ganzen Pfarrei so weiterführen möchten.

 

Ich danke an dieser Stelle allen, die mitgeholfen haben, das Schutzkonzept für unsere Pfarrei umzusetzen und die bei den Gottesdiensten auf die Einhaltung achten.

 

Besonders danken möchte ich auch allen, die in der Zeit, in der keine Gottesdienste möglich waren, die Kirchen geschmückt und vielfältige Angebote für die Kirchenbesucher geschaffen haben. Auf diese Weise konnten die Besucher den Kirchenraum als Ort der Besinnung und Anregung zum persönlichen Gebet immer wieder neu entdecken.

 

Insbesondere gilt mein Dank auch allen, denen es auf digitalem Weg gelungen ist, eine Verbindung aufrecht zu erhalten und Informationen weiterzugeben.

 

Ich möchte nochmals daran erinnern: Wir tragen Mund-Nasen-Schutzmasken, auch wenn sie oftmals unangenehm und beim Sprechen beeinträchtigend sind, um andere zu schützen. Wir halten uns an die Abstands- und Hygieneregeln, um die Ansteckung anderer zu vermeiden.

Wir verzichten auf alle liebgewordenen Gewohnheiten, nicht aus Angst, sondern aus Rücksicht gegenüber denen, die in unserer Gesellschaft besonders gefährdet sind.

 

Das alles hat weniger mit einer Reglementierung von oben oder mit undemokratischer Willkür zu tun, wie es uns Demonstranten in diesen Tagen mit ihren wirren Verschwörungstheorien weismachen wollen. Vielmehr zeigen wir damit Eigenverantwortung oder im christlichen Kontext gesprochen – Nächstenliebe, wie sie uns Jesus Christus in seinen Abschiedsreden ans Herz gelegt hat: „Liebt einander, wie ich euch geliebt habe“.

 

Wie schön wäre es, wenn wir später einmal im Rückblick feststellen könnten: Die Zeit der Corona-Krise hat uns im Für- und Miteinander, in der Rücksichtnahme und in der Solidarität, im Zurückstellen der eigenen Interessen menschlich reifen lassen.

 

Von Albert Schweitzer, dem Arzt, Philosophen und Theologen stammt das Wort: „Das einzige Wichtige im Leben sind die Spuren von Liebe, die wir hinterlassen, wenn wir gehen.“

 

Ich wünsche uns allen, dass wir die Krise als Chance nützen, „Spuren der Liebe“ zu hinterlassen und damit Zeugnis abzulegen von Christus, der uns geliebt uns sich für uns hingegeben hat, damit wie einander lieben.

 


Es grüßt Sie / Euch alle